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25. TID 1980 auf
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Tagebuch TID 2010

Tagebuch
Obere Donau 2010


Mails nach der TID
Tagebuch TID

30. März 2010, 05:33:07

Bootsrutsche Straubing

Info von Heidi Reichl:

Da ich versprochen hab mich um die Neuigkeiten der Bootsrutsche Straubing zu kümmern, und dies natürlich auch getan habe, hab ich gerade erfahren das diese das ganze Jahr 2010 unbefahrbar sein wird. Zum einen ist bis Ende Oktober eine Fischreuse eingebaut, um die Fische zu zählen, zum anderen gab es schwere Sicherheitsmängel, da werden nun bis Ende des Jahres 3 verschiedene Varianten ausprobiert um diese zu beheben.

Das heißt, dass umgetragen werden muss. Alternative: Schleusung und einige Kilometer flussaufwärts paddeln zum Straubinger Kanu-Club.


4. Mai 2010, 06:08:02

Anmeldungen zur 55. TID 2010

Anmeldungen zur 55. TID 2010

Am 30. April war Anmeldeschluss für die diesjährige TID. Kamen die Anmeldungen von Oktober 2009 bis Mitte April 2010 nur vereinzelt herein, so war die beiden letzten Wochen ein erheblicher Anstieg zu verzeichnen (50 Anmeldungen). Insgesamt haben sich bei der deutschen TID-Organisation 160 Teilnehmer für die verschiedensten Streckenabschnitte angemeldet. Sehr früh ausgebucht war der rumänische Teil von Silistra nach Sfantu Gheorghe am Schwarzen Meer. Wir hoffen, dass wir noch einige von der Warteliste berücksichtigen können, wenn wir die Kapazität des 2. Kanuhängers wissen.

Neben den deutschen Teilnehmern haben sich viele Gäste aus Europa und Übersee bei uns angemeldet: 8 Australien, 1 Belgien, 1 Frankreich, 6 Großbritannien, 2 Niederlande, 11 Österreich (Busmitfahrer), 1 Spanien, 1 USA

Erstmals nimmt als Paddler auch DKV-Vizepräsident Hermann Thiebes mit Frau Susanne von Ingolstadt nach Wien teil. Das beweist den hohen Stellenwert, den die TID bei unserem Dachverband hat.

Ganz besonders freut es mich, dass auch Helma mit 90 Jahren mit von der Partie ist, und zwar von Ingolstadt nach Erlau.

Erfreulich ist die Teilnahme von acht Paddlern von der Kanujugend Bayern, die den rumänischen Teil zum Schwarzen Meer dabei sind. Meine Initiative trägt Früchte und ich hoffe, dass in Zukunft mehr junge Erwachsene das Abenteuer TID erleben möchten.

Unser TID-Bugl-Bus ist auf allen Strecken sehr gut ausgelastet. Armin und Karl, unsere bewährten Busfahrer, freuen sich schon auf den TID-Einsatz. Boardsteward Michi wartet schon seit September letzten Jahres auf seinen Einsatz.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Ellen Menzinger herzlich bedanken, die in unzähligen Stunden die Anmeldungen bearbeitete, Listen fertigte, Anfragen beantwortete, Rechnungen und Informationen versandte usw.

Nun kann es also losgehen. Die obere Donau-Fahrt startet am 13. Juni und die TID-Eröffnung ist am 26. Juni. Wie im Vorjahr, so haben wir auch 2010 wieder erhebliche Auflagen des Wasser- und Schafffahrtsamtes Regensburg zu erfüllen.

Euer Max Scharnböck


21. Juni 2010, 16:23:27

Bootsgasse in Straubing wieder intakt

Heute, 21. Juni, wurde die umgebaute Bootsgasse für das gefahrlose Befahren mit Kanus wieder freigegeben.

Ruderboote können getreidelt werden.


25. Juni 2010, 10:20:21

Start der 55. Tour International Danubien (TID) 2010 in Ingolstadt

Es rührt sich was auf dem Gelände des Faltbootclubs Ingolstadt an der Egerlandstraße. Seit Mittwoch, 23. Juni, treffen die Teilnehmer an der mit 2780 Kilomter längsten Kanu- und Ruderwanderfahrt der Welt ein, um sich auf eines der letzten Abenteuer vorzubereiten. Sie kommen aus Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Australien, USA, Großbritannien und Frankreich. Ca. 180 Donaufreunde werden an der Eröffnungsfeier am Samstag, 26. Juni, 18 Uhr, im Vereinsheim der Ingolstädter Kanuten teilnehmen. Die Stadt Ingolstadt wird Stadträtin Christina Braun vertreten. Vom Deutschen Kanu-Verband haben sich Präsident Thomas Konietzko und Vizepräsident Hermann Thiebes angesagt, vom Deutschen Ruderverband kommen Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Arnim Nethe und Ehrenpräsident Helmut Griep. Den Bayerischen Kanu-Verband vertritt Vizepräsidentin Elisabeth Winter-Brand. Offiziell eröffnet wird die 55. TID vom diesjährigen TID-Präsidenten Rainer Engelmann vom Deutschen Ruderverband. Am Sonntag, 27. Juni, erfolgt zwischen 8 und 9 Uhr der Start zur 11wöchigen Reise zum Schwarzen Meer. Die meisten paddeln oder rudern zwei bis drei Wochen mit, sechs werden die gesamte Strecke von Ingolstadt bis nach Sfantu Gheorghe in Rumänien am Schwarzen Meer bewältigen. Eine außergewöhnliche Frau nimmt zum x-ten Mal an der TID teil. Helma Rinckleben aus Marburg wird mit 90 Jahren die deutsche Strecke bis Erlau mitpaddeln und so wie jeder andere Teilnehmer auch im Zelt übernachten. Hans Windecker aus … ist zum 40. Mal ununterbrochen dabei.

Tagesstrecken von 40 bis 60 Kilometer erfordern sportliche Fitness und enorme Belastbarkeit. Gepaddelt wird nach einem festgelegten Zeitplan und nicht nach Wetter oder Tagesmotivation. Dabei ist die komplette Ausrüstung am Boot mitzuführen. Lohn der Anstrengung sind einmalige Erlebnisse entlang der spektakulären Donaulandschaften, ihren Durchbruchstrecken in der Schwäbischen Alb, der Weltenburger Enge, der Wachau in Österreich und dem Eisernen Tor in Serbien. Die Begegnungen mit den Menschen an der Donau aus unterschiedlichsten Kulturen am verbindenden Wasser hinterlässt prägende Eindrücke. Das Reisen aus eigener Kraft und in der dem Menschen gegebenen eigenen Geschwindigkeit schafft eine bleibende Verbindung mit der durchlebten Reisestrecke.

Die TID findet zum 55. Mal statt. Paddler aus der damaligen Tschechoslowakei und Ungarn gründeten 1956 die „Freundschaftsfahrt“. Eine ansteckende Idee, die über eiserne Vorhänge hinweg in beide Richtungen der Donau wuchs und die Sportler über die politischen Systeme hinweg seit mehr als einem halben Jahrhundert verbindet. Es handelt sich regelrecht um einen Virus, der die Paddlerinnen und Paddler, wenn infiziert, lebenslang nicht mehr loslässt. Die Infizierten machen seit Jahrzehnten das, was man heute „Networking“ nennt über Grenzen, Alters- und Gesellschaftsgruppen hinweg.

Allein die außergewöhnliche Donau, die nicht wie die anderen europäischen Flüsse dem nächsten Meer zustrebt, sondern fast den ganzen Kontinent durchquert, und dabei einen großen Teil des europäischen Schicksals mit erlebte, konnte ein so völkerverbindendes Projekt wie die TID hervor bringen.

Veranstalter sind der Deutsche Kanu-Verband e. V. in Verbindung mit dem Verein Kanu Tour International Danubien e. V. und der Deutsche Ruderverband e.V. in Zusammenarbeit mit den nationalen Kanutenorganisatoren in Österreich, der Slowakei, Ungarn, Serbien, Bulgarien und seit kurzem auch Rumänien. Weitere Details können der Internetseite www.tour-international-danubien.org entnommen werden.


6. Juli 2010, 07:15:16

Änderungen auf der österreichischen TID-Strecke 2010

In Österreich gibt es drei neue TID-Plätze:

Die., 6.7.2010: Linz - Wallsee, Flkm 2094 im Altarm rechts vor der Brücke, Tagesstrecke 39,8 km, statt Grein 54 km

Mi., 7.7.2010: Wallsee - Ybbs 1,7 km stromabwärts, Flkm 2056,5, Tagesstrecke 37,5 km

Neuer Platz in Wien auf der Donauinsel bei Flkm 1923,35 links (3 km unterhalb der Marina Wien) beim Ruderzentrum, zu erreichen über die Steinspornbrücke. Es sind keine Dauerparkplatz vorhanden. Verkehrsanschluss an die Stadt über die Steinspornbrück zur Haltestelle der Buslinie 91A


6. Juli 2010, 15:17:28

Reisepass für Serbien nicht mehr erforderlich!

Dejan aus Serbien teilte mir am 30. Juni 2010 per Mail mit, dass ab Juni 2010 für die Einreise nach Serbien für EU-Bürger nur noch der Personalausweis erforderlich ist. Wer seinen Pass dabei hat, kommt natürlich auch nach Serbien rein.

Dejan: "Willkommen in Serbien!"


7. Juli 2010, 17:09:00

Zusammenfassung über die 55. TID 2010 in Deutschland und 1. Teil Österreich

Vorbemerkung:

Die TID ist ein Selbstläufer. Wir, die ehrenamtlichen Organisatoren, brauchen keine Werbung bei Messen oder anderen Veranstaltungen zu machen. Nach der Konferenz im Okt. 2009 in Köln liefen die Anmeldungen und Anfragen. Ein Renner ist die Deltafahrt, die sehr rasch ausgebucht war. Die Bustransfers sind stark frequentiert. Zusammenrücken ist angesagt.

Ellen Menzinger und Rainer Goebel waren in Ingolstadt wieder ein hervorragendes Team bei der Bewältigung der Anmeldungen und Registrierungen. Es klappte alles reibungslos. Elfi Krahmer übernahm den Verkauf der T-Shirts und des TID-Warenkorbes. Jörg Meincke und Max Scharnböck betrieben Kontaktpflege mit den in- und ausländischen Gästen.

Beim TID e.V. des Deutschen Kanu-Verbandes haben sich Teilnehmer von folgenden Nationen angemeldet:

Deutschland DKV: 84; Deutschland DRV: 17; Österreich: 6; Slowakei: 7; Ungarn: 13; Serbien: 18; Bulgarien: 25; Großbritannien: 5; Frankreich: 1; USA: 1, Australien 4

Ingolstadt 24.-27. Juni 2010

An die 200 Paddler, Ruderer und Gäste musste der Faltbootclub Ingolstadt bei der Eröffnung der 55. TID 2010 versorgen. Es war eine kurzweilige Begrüßungsrunde mit knappen Redebeiträgen.

Begrüßt wurden die TID-Teilnehmer und Gäste vom 2. Vorsitzenden des Faltbootclubs, Franz Zwicknagel. Anschließend führte Max Scharnböck durch den weiteren Abend. Grußworte sprachen Stadträtin Christina Braun, DRV-Präsidiumsvertreter Prof. Dr. Arnim Nethe, DRV-Ehrenvorsitzender Helmut Griep, DKV-Vizepräsident Hermann Thiebes und BKV-Vizepräsidentin Elisabeth Winter-Brand.

Das letzte Worte hatte Rainer Engelmann, amtierender Präsident der 55. TID 2010 vom Deutschen Ruderverband (DRV). Er eröffnete offiziell die 55. TID 2010 und wünschte allen schönes Wetter und eine unfallfreie Fahrt.

Max Scharnböck vom TID e.V. konnte anschließend zwei besondere Ehrungen überreichen. Helma Rinckleben ließ es sich mit 90 Jahren nicht nehmen, von Ingolstadt nach Erlau zu paddeln, und Hans Windecker ist ununterbrochen seit 40 Jahren bei der TID. Beide erhielten die neugeschaffene Ehrengabe des TID, einen Glaskristallteller mit Gravur. Helma meinte dazu: „Oh ist das ein schöner Kuchenteller!“

Zu Ehren von Helma und aus Anlass der kleinen Jubiläums-TID spielte am Abend eine Ingolstädter Blaskapelle auf.

Sonntag, 27. Juni 2010, Ingolstadt-Kelheim

von Elfi Krahmer mit Ergänzungen von Max Scharnböck

Auf der Etappe von Ingolstadt nach Kelheim hatten die TID-Paddler Gelegenheit den Europäischen Paddel Pass (EPP) zu erwerben. Stefan-Andreas Schmidt, Ressortleiter Sicherheit des Bayerischen Kanu-Verbandes, nahm den praktischen Teil der Schulung vor. Am Vorabend hatte Isa Winter-Brand, Vizepräsidentin Freizeitsport des Bayerischen Kanu-Verbandes, bereits den theoretischen Teil mittels eines Fragenbogens zu den Themen Sicherheit und Ökologie abgehandelt.

An der Fähre in Einig war der praktische Teil vorgesehen. Nach einer kurzen Brotzeit sollte begonnen werden. Zwischenzeitlich war allerdings ein kommerzielles Vergnügungsfloß angekündigt worden, dass die von einigen Paddler belegten und sowieso schon knappen Anlegeplätze brauchen würde. Stefan-Andreas verlegte kurzerhand die Veranstaltung nach Weltenburg. Dort konnten wir auch gleich das richtige Einschwingen in ein Kehrwasser üben. Die Fragebögen wurden zusammen ausgewertet und besprochen. Auch bei langjährigen Paddlern gab es doch noch einige neue Erkenntnisse. So zum Beispiel die bei den Wildwasser-Paddlern besser bekannte Technik zur Bergung von gekenterten Paddlern mit Hilfe eines Wurfsackes. Die jüngeren Teilnehmer wussten wiederum nicht, was ein Kentersack ist. Es handelt sich um eine Art Vorläufer des Auftriebskörpers für Faltboote. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es sich gelohnt hatte, den ersten TID-Tag mit „Lernen“ zu verbringen.

Die Donau hatte eine sehr gute Strömung, unterhalb der Schleuse Vohburg schafften wir 12 Kilometer/Stunde. Die Schleuse in Vohburg hatte leider nach der ersten Schleusung einen Stromausfall, sodass die meisten Paddler umtragen mussten. Die Fahrt durch den Donaudurchbruch war wie immer ein Genuss.

Von den Kelheimer Kanuten war ein Fernsehgerät aufgestellt worden, damit das Fußball-WM-Spiel nicht verpasst zu werden brauchte. Deutschland gewann schließlich gegen England 4:1. Die Abendstimmung mit Essen von Klaus Mantzel, Brezen und Freibier von der Stadt Kelheim (50 l) und dem Kanuclub Kelheim (100 l) war somit hervorragend. Die paddelnden Engländer mussten etwas getröstet werden. Sie nahmen die Niederlage aber nicht so ernst. Auch hier zeigte sich die TID als Völkerverständigung.

Abends beim Kelheimer Kanuclub freute sich Isa Winter-Brand sehr, dass sie 32 Teilnehmern die Urkunde des EPP überreichen konnte.

Montag, 28. Juni 2010, Kelheim-Regensburg

von Elfi Krahmer

Den Morgen konnten wir in Kelheim erstmals ohne Fleeceshirt begrüßen. Ein leichtes Lüftchen auf dem Main-Donau-Kanal machte den Start im Altwasser, das von einem ausländischen Paddelfreund „Stinkwater“ genannt wurde, angenehm. Die Bootsgasse in Bad Abbach lief gut und hatte im Unterwasser keine stehende Welle. Es gab aber Kenterungen ohne Folgen. In Matting erwartete die Wirtin uns mit bayerischen Schmankerl und bayerischen Charme. Leider hatten unsere Paddelfreunde nach dem Motto gehandelt „nach mir die Sintflut“ und mit Booten den kompletten kleinen Fährhafen zugepflastert. Nur ein Paddler handelte kameradschaftlich und zog sein Boot einige Meter weiter nach oben auf den Rasen. Vielen Dank dafür! Nach dem Mittagessen fiel das Aufstehen aus dem schönen Biergarten sehr schwer, weil es zwischenzeitlich schon sehr heiß geworden war. Der Rückstau der Staustufe Regensburg war schon deutlich zu spüren und die Sonne meinte es immer besser mit uns. In Regensburg spendierte der Ruderclub Regensburg anlässlich seines 120-jährigen Jubiläums Grillwürstl zum Sattessen. Klaus Mantzel stellte köstlichen Krautsalat zur Verfügung.

Max wurde gebeten, seine abendliche Besprechung in den Schatten zu verlegen und so befand sich das Publikum auf der einen Seite des Rad- und Fußgängerweges an der Donau und Max mit Megaphon auf der anderen Seite. Die Jogger und Radfahrer waren etwas irritiert angesichts dieser eigenartigen Veranstaltung. Max hatte bedingt durch die erforderlichen Unterweisungen aus den Auflagen des Wasser- und Schifffahrtsamts Regensburg viel vorzutragen und musste seinen Vortrag mehrmals wegen hübscher Joggerinnen unterbrechen.

Straubing, 29. Juni bis 1. Juli 2010

(Elfi): Um 4.45 Uhr war die Nacht zu Ende. Max hatte wegen der großen Hitze die Nachtruhe aufgehoben und so fing das morgendliche Klapperkonzert noch früher an. Die Bootsgasse ließen wir aus und warteten auf Max, der seinen Schleusendienst verspätet antrat. Unterhalb der Walhalla begann die Wasserwüste. Die Dörfer verstecken sich hinter dem Damm, nur die Dachgiebel waren zu sehen. Die Umtragestelle an der Schleuse Geisling bot sich für die erste Rast an. Viele Paddler legten beim Wirt in Gmünd eine Mittagsrast ein. Danach begann der Rückstau der Staustufe Straubing und die härteste Strecke. Endlich war die Bootsgasse erreicht. Der Betreiber hatte die Gasse zu einem Borstenpass umgebaut. Paddelfreundin Heidi aus Straubing hatte sich dafür eingesetzt, dass die Bootsgasse bis zur TID wieder einsatzbereit ist.

In Straubing begrüßte uns Wirtin Regine mit leckerer Gulaschsuppe, die die Paddler wieder aufbaute.

Am Ruhetag gab es nachmittags entweder die Besichtigung des BMW-Werkes in Dingolfing oder eine Fahrt zum Infohaus Isarmündung. Herr Schöllnagel führte uns durch die Ausstellung und die Außengelände. Die Paddler sehen den Lebensraum Fluss nur bis zum Ufer. Die Altwasser, Weichholzaue, Hartholzaü, Feuchtwiese und Brenne genannten flussnahen Bereiche entziehen sich seinem Blickfeld. Das Infohaus bietet viele Möglichkeiten für Schulklassen und Erwachsene, Natur und Tierwelt spielerisch zu erfahren und zu begreifen.

Am Morgen des Ruhetages gab es auch schon wieder eine für alle verpflichtende Sicherheitsunterweisung durch Max. Wir sind doch nicht in der Schule! Unsere Paddelfreunde vom Rhein, wo wirklich viel Schiffsverkehr ist, kennen so etwas überhaupt nicht. Und unseren ausländischen Paddelfreunden können wir diese deutsche Spezialität nicht einmal mit guten Dolmetschern wirklich verständlich machen. Keine Vereinsfahrt und kein kommerzieller Bootsverleiher mit völlig unerfahrenden Paddlern wird so schikaniert. Nur TID-Paddler, die jedes Jahr tausende Kilometer auf großen und kleinen Flüssen unterwegs sind, traut man die Befahrung der Donau nicht zu.

Um die Auflagen einhalten zu können, musste Max für die vom WSA als kritisch empfundenen Streckenabschnitte bestimmte zeitliche Vorgaben machen. Es ist furchtbar nervig, beim Paddeln auch noch auf die Uhr schauen zu müssen. Die nationalen Grenzen sind immer durchlässiger geworden, dafür baut man uns mehr bürokratische Grenzen.

Winzer, 1./2. Juli 2010

Die Auflagen des Wasser- und Schifffahrtsamtes Regensburg sorgten für großen Unmut bei den Paddlern und Ruderern. Für die Organisation war es fast unmöglich, die Vorschriften umzusetzen. Nur durch die Mithilfe einiger Paddler war es möglich, Sicherungsposten (Wahrschauposten) aufzustellen. Die Wasserschutzpolizei Deggendorf bescheinigte allen Teilnehmern ein umsichtiges Verhalten. Schließlich und endlich waren lediglich zehn Frachtschiffe an diesem Tag unterwegs.

Das heiße Wetter (um die 30 Grad) sorgte für viel Durst und viele fleißige Helfer des Motorbootclubs Winzer konnten alle Wünsche zufrieden stellen. Der Platz direkt an der Donau war wunderbar präpariert und sehr großzügig. Kaffee und leckerer Kuchen bei der Ankunft am Nachmittag, Tomatensuppe von Klaus Mantzel und warmer Leberkäs am Abend machten alle satt.

Die Musikgruppe Winzer sorgte für hervorragende Stimmung vor und nach den Grußworten. Stellvertretender Landrat Josef Färber, Bürgermeister Jürgen Roith, Motorbootclubvorsitzender Helmut Mayer und DKV-Vizepräsident Hermann Thiebes lobten sowohl die Paddler als auch die Gastgeber. Josef Färber und Jürgen Roith wollen 2011 von Straubing nach Winzer mitpaddeln. Der stellvertretende Landrat versprach, sich dafür einzusetzen, damit die Auflagen zurückgenommen werden.

Am abendlichen Lagenfeuer dauerte dann die Nacht für viele doch sehr lange. Auch zwei Geburtstagskinder feierten ihren Ehrentag in Winzer.

Erlau, 2. bis 4. Juli 2010

Sehr frühzeitig, so gegen 5 Uhr, brachen die Ersten auf, um gen Passau und Erlau zu paddeln. Etliche warteten aber das leckere Frühstück ab, das die Winzerer ab 5:30 Uhr anboten. Bis 9 Uhr hatte dann jeder den herrlichen Platz an der Donau im Landkreis Deggendorf verlassen.

Für die Schleuse Kachlet und den Stadtdurchgang Passau waren wieder Auflagen zu erfüllen. So wurde angeordnet, dass Passau nur in Gruppen von 30-50 Paddeln passiert werden durfte. Wer sich einigermaßen auskennt weiß, dass Paddler in dieser Gruppengröße eine Behinderung für die Schifffahrt darstellen können, einzeln fahrende Kanuten aber jederzeit reagieren können.

Ich war von 10:25 bis 13:25 Uhr an der Schleuse Kachlet und habe vier Schleusungen mit 10 bis 20 Paddlern organisiert. Der Schleusenwärter war sehr zuvorkommend und hat uns großartig unterstützt. Viele wollten sich nach 35 km die Füße vertreten und haben umgetragen.

Der Stadtdurchgang Passau musste dieses Jahr ohne Wasserschutzpolizei bewältigt werden, weil ein wichtigerer Einsatz erforderlich war. Wie mir berichtet wurde, gab es keinerlei Probleme. Die ganze Zeit über gab es von der Berufsschifffahrt einen Berg- und einen Talfahrer.

Aufgrund der großen Hitze mit über 30 Grad waren viele erschöpft. Ein Teilnehmer musste in Erlau ärztlich versorgt werden, weil er offensichtlich die Hitze nicht vertragen hat. Er wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Ihm geht es wieder gut.

Der Schweinebraten im Edlhof und die kühlen Getränke beim TSV Erlau sorgten dafür, dass alle wieder zu Kräften kamen und die WM-Viertelfinalspiele nicht verschlafen wurden.

Ruhetag am Samstag, 3. Juli 2010

Pünktlich um 8:30 Uhr fuhr der Bus an die 70 TIDler nach Passau. Sie hatten genügend Zeit, sich die schöne Drei-Flüsse-Stadt und Geburtsstadt von Max anzuschauen und einzukaufen. Um 9.45 Uhr wurden 15 Paddler nach Obernzell gebracht. In Obernzell war eine Marktführung und anschließend wurden die Teilnehmer von Bürgermeister Josef Würzinger zur Brotzeit eingeladen.

Die Frauen des TSV Erlau sorgten nachmittags für Kaffee und leckeren Kuchen. Und dann war Fußball auf dem Programm. Deutschland gewann sensationell 4:0 gegen Argentinien. Ein Grund zum Feiern und Singen am Lagerfeuer.

Nach dem Fußballspiel erfolgte die Stabübergabe an den Österreichischen Kanu-Verband, an TID-Referent Jannis Kaudelka. Er erläuterte kurz die Änderungen in Österreich und wies auf die Schwimmwestenpflicht in den Schleusen hin. Weitere Auflagen gibt es in Österreich nicht.

Klaus Mantzel, der die TIDler mit Kaffee, Kuchen, Eintopf, Krautsalat und Tomatensuppe versorgte, wurde der Ehrenteller der TID verliehen. Seit Jahrzehnten versorgt Klaus die TID mit leckeren Sachen. Außerdem zeichnet Klaus für die Kuverts verantwortlich, mit denen der TID-Express und Spendenbrief versandt werden.

Die Gruppenleitung für die deutsche Gruppe übernahmen für Österreich und die Slowakei Wilm Rakers und Günther Römer, für Ungarn Werner Born.

Sonntag, 3. Juli 2010, Erlau-Inzell

Die ersten starteten wegen der Hitze wieder sehr früh, die letzten waren gegen 11:00 Uhr die jungen Ruderer aus Bonn, denen es überhaupt nicht pressiert. An der Schleuse Jochenstein, bei der Umtragestelle, ereignete sich eine Kenterung, die Dank der Hilfe von Bobby aus Bulgarien glimpflich verlief. Der Gekenterte blieb im Schlamm stecken und konnte sich nicht selbst befreien. Die Strömung zum Wehr war nicht unerheblich und sorgte für Panik.

In Inzell fand eine ausführliche Besprechung für Österreich statt. Es wurden auch Unterlagen und Ergänzungen für die neuen TID-Plätze verteilt.

Montag, 4. Juli 2010, Inzell-Linz

Am frühen Morgen gab es Gewitter mit Wolkenbruch. Rechtzeitig zum Start versuchte die Sonne, durch die Wolken zu blinzeln. Die Temperaturen waren sehr erträglich und die beiden Stauseen konnten in Angriff genommen werden.

Für mich war der zweite Teil der TID beendet. Mit minus zwei Kilo Körpergewicht trat ich die Heimreise an. Erholung vom Stress in Deutschland war dringend erforderlich.


8. Juli 2010, 09:44:26

Neue TID-Plätze in Apatin und Backa Palanka/Serbien

Dejan teilte mir mit, dass die neuen Plätze wie folgt erreichbar sind:

Apatin: Bei Flkm 1401 links in den Kanal einfahren, nach 100 m rechts zur Marina Apatin.

Backa Palanka: Bei Flkm 1298 (vor der Brücke) links in den See Tikvara einfahren und dort 800 m zum Zeltplatz.

Max Scharnböck


31. Juli 2010, 16:50:29

TID in Serbien

Die TID ist seit Mittwoch, 28.7.2010 in Serbien. Wir sind bei herrlichem Wetter in Mohacs, Ungarn, gestartet und wurden mit einem Regenschauer in Apatin begruesst. Der neue Platz in Apatin bei der Marina ist hervorragend. Es ist alles da, was ein TID-Paddler benoetigt. Duschen, Toiletten, Restaurant und ein kurzer Weg in die Stadt.

Bogojevo am naechsten Tag war wie gewohnt die ideale Voelkerverstaendigung. Wir zelteten in den Gaerten bei den Leuten der Fischersiedlung und wurden hervorragend verkoestigt. Leider war dort am naechsten Tag - wir waren schon Richtung Backa Novo Selo unterwegs - ein sehr heftiges Unwetter mit umgestuerzten Baeumen und zerstoerten Haeusern. Personen kamen nicht zu Schaden.

In B. Novo Selo begruesste uns ein heftiger Gewitterschauer. Die Gaststaette auf den Stelzen versorgte uns hervorragend mit Stoer und Cevapcici.

Die kurze Etappe heute, Samstag, 31.7.2010, nach Backa Palanka war bei starker Bewoelkung und einigen Regentropfen sehr angenehm. Der neue Platz liegt ganz nett an einem See, ist allerdings etwas klein geraten. Aber wir sind zusammengerueckt und jetzt passt es. Um 18 Uhr gibt es Abendessen. Das Abendessen bisher war vorzueglich.

Morgen geht es weiter nach Novi Sad und dann ist Ruhetag. Ich melde mich wieder.

Viele Gruesse Euer Max


2. August 2010, 11:34:06

TID in Novi Sad

Nach dem abendlichen Regen in Backa Palanka wurde das Wetter auf der Etappe nach Novi Sad besser. Allerdings hatten wir am Abend zuvor noch eine sehr traurige Nachricht erhalten. Von einem oesterreichischen Teilnehmer ist dessen Sohn mit dem Traktor toedlich verunglueckt. Am Morgen wurde der TIDler, der sich fuer die TID ein Holzkayak baute, von seinem Schwiegersohn abgeholt. Alle TID-Teilnehmer haben am Morgen des 2. Aug. an einer kleinen Trauerfeier und Gedenkminute teilgenommen.

Die Etappe nach Novi Sad war mit leichtem Rueckenwind und angenehmen Temperaturen sowie einem hervorragenden Essen in einem Donaurestaurant leicht zu meistern. Der grosszuegige Platz in Novi Sad empfing uns mit einem oppulenten Drei-Gaenge-Menue.

Heute ist herrliches Wetter und ich hoffe, dass wir jetzt den Durchbruch geschafft haben und der Sommer endgueltig zurueck ist.

Morgen geht es weiter nach Stari Slankamen. Die Gruppe ist gut drauf. Uns geht es allen sehr gut.

Viele Gruesse euer Max


5. August 2010, 16:04:48

TID in Belgrad

Am Dienstag, 3. Aug., und Mittwoch, 4. Aug., paddelten wir von Novi Sad ueber Stari Slankamen nach Beldgrad.

Stari Slankamen

Das war ein herrlicher Paddeltag mit tollem Wetter und einer leichten Brise von vorne. Viele TIDler machten Rast im Fischrestaurant an der Autobahnbruecke Novi Sad - Belgrad. Hier wird derzeit eine 2. Bruecke gebaut fuer den vollstaendigen Autobahnausbau. Der TID-Name Stari Schlammkamen ist Geschichte. Es gibt dort jetzt bei der neuen Marina eine wunderbare Betonrampe. Wir zelteten wieder im Krankenhausgarten oder direkt an der Donau.

Am Abend waren alle TIDler im Krankenhaus - zum Abendessen. Es gab Gulasch, Nudeln und Krautsalat. Anschliessend gab es Oldiemusik. Nachts Gewitter, Regen und Wind.

Belgrad

Es war bewoelkt, die Haut konnte sich von der Sonne des Vortages erholen, und wir hatten Rueckenwind. Ueberhaupt kommen wir flott vorwaerts, denn die Donau hat nach wie vor einen sehr guten Wasserstand. Allerdings sind deshalb auch viele Badestraende derzeit unter Wasser.

Der Platz in Belgrad ist kleiner geworden, weil in Richtung Eisenbahn ein grosser Parkplatz gebaut wurde. Die Boote koennen nicht bei den Zelten stehen aber sie sind nicht weit weg und werden Tag und Nacht von der Polizei bewacht.

Am Abend kam der Bueroleiter der Deutschen Presse-Agentur auf den Platz und machte ein groesseres Interview. Ab 10. Aug. wird er die Medien in Deutschland ueber die TID in Serbien informieren.

Der Ruhetag wurde zu Besichtigungstouren in Belgrad genutzt. Fussgaengerzone, Festung Kamelegdan usw. Das Wetter ist heiter bis bewoelkt und warm.

Die naechsten beiden Tage werden anstrengend sein, denn es sind 50 und 60 km zu bewaeltigen.

Viele Gruesse

Euer Max

9. August 2010, 18:53:18

TID in Donji Milanovac

Von Belgrad ging es ueber Smederevo und Veliko Gradiste nach Donji Milanovac.

Am Ruhetag lud ein alter TID-Veteran einige TIDler zum abendlichen Fischessen nach Visnjica ein. Ein lokales Fernsehteam aus Belgrad machte ein laengeres Interview. Die folgende Nacht war schlaflos, weil irgendwo ein Open-Air-Konzert stattfand. In Smederevo gab es Gulasch und abends wieder Discomusik.

Die laengste Etappe mit 60 km begann bei schwuelem aber windstillen Wetter und wir kamen dank des erhoehten Wasserstandes flott vorwaerts. In Ram, nach 40 km, versorgte uns das Restaurant an der Faehre mit Fisch und anderen Spezialitaeten. Unsere Kajaks blockierten den Faehranleger und mussten schnellstens beiseite geschafft werden. In Veliko Gradiste gab es Bohnensuppe
Beim Start in Belgrad am 6.8.2010 war noch ein Fototermin mit der dpa und der serbischen Presse. Danach ging es los zunaechst 7 km nach Visnjica, wo wir am Vorabend waren. Das Fernsehen filmte uns von einem Fischerboot aus. Nach Kaffee und Slivovitz wollten wir starten. Aber - eine Paddlerin hatte kein Paddel mehr. Sie legte es beim Anlanden in ein Fischerboot und das war weg. Nach 2 Stunden, zwischenzeitlich war ein heftiges Gewitter und Wolkenbruch, kam der Fischer wieder zurueck und wir konnten starten. Die 50 km hatten es in sich, mehrere Gewitter sorgten fuer Zwangstopps.

Dobra. Herrliche Fahrt mit Rueckenwind.

Donji Milanovac. Angenehmer Rueckenwind sorgte fuer flottes Vorwaertskommen.

In einigen Tagen sind wir in Kladovo und einige werden zurueckfahren, Neue werden kommen.


16. August 2010, 11:51:02

TID in Bulgarien

Von Donji Milanovac ging es ueber Veliko Gradiste - Dobra - Tekija - Kladovo - Brza Palanka nach Novo Selo und Vidin. Ueber die Touren gibt es nichts Besonderes zu berichten. Es wurde zunehmend heisser und der Fluessigkeitsbedarf stieg staendig. Die Plaetze waren immer gut und ausreichend bestueckt mit Wasser und ...

D. Milanovac: Abends gab es ein grosses Folkloreprgramm fuer die Bevoelkerung und die TID. Die TID praesentierten Wolfgang David und ich (in serbischer Sprache). Das hat den mehreren hundert Leuten sehr gut gefallen.

Die Fahrt nach V. Gradiste war mit 60 km sehr anstrengend aber bei windstillem angenehmen Wetter sehr gut und flott.

Dobra, Tekija und Kladovo waren sehr angenehm. In Kladovo war der Abschiedsabend von der serbischen Strecke. Der Bustransfer ueber Rumaenien nach Kladovo dauerte nur 17 Stunden. Wegen zahlreicher Baustellen in Rumaenien wurde die Rueckfahrt ueber Serbien angetreten und dauerte 20 Stunden.

Brza Palanka: Die Grenzkontrolle war von 6-8 Uhr, die Schleusung in Djerdap 2 um 11 Uhr. In Novo Selo klappte alles vorzueglich, nur ich hatte Stress mit Anmeldung, Busfahrt in Vidin und Bezahlung der Gebuehren. Der Platz in Novo Selo war sehr beschraenkt.

In Vidin an der Festungsanlage Baba Vida ist der Platz grosszuegig und mit ausreichend Toiletten bestueckt. Der Ausflug nach Belogradtschik und zu den Magurahoehlen startete mit 30 TIDlern um 8 Uhr. Es ist wolkenlos und sehr heiss.

Morgen, 17.8.10, geht es weiter nach Lom. Naechster Bericht erfolgt aus Russe.

Viele Gruesse Euer Max


24. August 2010, 14:34:37

Bewegende Trauerfeier fuer Helma Rinckleben in Russe/Bulgarien

Wir waren alle geschockt, als wir in Belene/Bulgarien vom Tode Helma Rincklebens erfuhren. Am Ruhetag in Russe am 24. Aug. nahmen die TIDler an einer bewegenden Trauerfeier fuer Helma teil. Ein Tisch am Donauufer beim TID-Camp mit Kerzen, einem Blumenstrauss, TID- und DKV-Wimpel waren der Rahmen fuer den Abschied von Helma. Ich habe einige Saetze ueber Helmas TID-Leben und Lahnfahrten erzaehlt ehe wir eine Schweigeminute einlegten. Anschliessend erhielt jeder TIDler eine rote Nelke, die er der Donau anvertraute. Ich habe zum Schluss den wunderschoenen Blumenstrauss den Donaufluten uebergeben. Den Angehoerigen gilt unser aufrichtiges Beileid.

Max Scharnboeck, TID-Referent des Deutschen Kanu-Verbandes


24. August 2010, 14:57:10

TID in Bulgarien

Geschockt von Helmas Ableben geht die 55. TID 2010 weiter. Die Etappen bis Russe waren gekennzeichnet von einem 40 km-Tag mit heftigem Gegenwind und herrlichen Sommertagen mit bis zu 40 Grad. Ein eingeklemmter Nerv sowie Magen- und Darmerkrankungen fuehrten zu einigen Ausfaellen. Dank des Begleitfahrzeuges des Deutschen Ruderverbandes konnten die geschwaechten TIDler zum naechsten Zielort transportiert werden.

In Belene gab es einen schweren Unfall, der gluecklicherweise ohne Personen- und Sachschaden verlief. Eine Teilnehmerin kenterte an der Pontonbruecke im rechten Arm und wurde zwischen den Seilen unter das Ponton gedrueckt und durchgespuelt. Das Boot verfing sich unter dem Ponton, wurde spaeter von der Polizei geborgen und zum naechsten TID-Platz gebracht. TIDler, hier insbesondere Fritz und Franz aus Linz/Oesterreich und die Polizei waren fuer die Verunglueckte eine grosse Hilfe.

In Belene wurden ein Fotoapparat, drei Paddel und eine Geldboerse entwendet, trotz massiven Polizeiaufgebots. Tragisch ist der Fotoapparat. Auf dem Chip sind die Bilder von Felina (3 Jahre alt) und Fabian (6 Jahre) gespeichert. Sie sind mit ihrem Vater seit Ingolstadt unterwegs. Die Mutter kam in Kladovo hinzu und das Ende ihrer TID ist in Silistra. Beide Kinder sind fuer uns alle eine grosse Bereicherung. Sie sind immer foehlich und gruessen jeden bei der Ankunft.

Den Ruhetag in Russe haben alle sehr noetig, denn die letzte Etappe war 55 km lang. Nun folgen bis Silistra kurze Etappen und hoffentlich kommen langsam die herrlichen Donaustraende zum Vorschein. Der Wasserstand ist immer noch erhoeht.

Alle Teilnehmer auf der Warteliste fuer das Delta koennen mitfahren. Es gab einige Ausfaelle und Walter Scharnboeck wird mit einem Kleinbus mit Haenger nach Tulcea kommen. Somit kommen alle samt Boot zurueck nach Deutschland.

Ich melde mich wieder

Euer Max


5. September 2010, 14:17:13

55. TID 2010 in Tulcea/Rumaenien

Vom 25.8.-28.8.2010 paddelten wir die letzten Stationen in Bulgarien: Ryachovo, Pozharevo, Vetren und Silistra. Das Wetter war durchgehend sehr schoen und heiss. An den Etappenorten gab es gute Verpflegung, Folklore und wegen feiernder Einheimischer schlaflose Naechte.

Der Abschiedsabend in Silistra fand im Restaurant direkt am Donauufer statt. Das Essen war hervorragend und die Musik sorgte fuer gute Stimmung. Dem bulgarischen Organisationsteam gebuehrt grosser Dank fuer ihren Einsatz.

Bilder von Juergen Skop, der leider gesundheitlich in Lom aufhoeren musste: http://www.jskop.de/Donau/Donau0.html

29.8. - Silistra-Dunareni (375-329 = 46 km)

Die Formalitaeten beim Grenzuebergang waren problemlos. Zuerst die Bulgaren, die keine Ausweise kontrollierten, und dann die Rumaenen auf dem linken Ufer, die sich sporadisch die Ausweise zeigen liessen. Es war sonnig mit windigen Abschnitten. In Dunareni konnte uns der Buergermeister wegen Krankheit nicht empfangen. Es gab keine Infrastruktur und zwei Zeltplaetze (einer auf der Insel, einer im Wald). Die Festlandcamper wurden am fruehen Morgen durch Pferdefuhrwerke und eine Kuhherde geweckt.

30.8. - Dunareni-Seimeni (329-291=38 km)

Wir hatten Brise bis Wind. Der neue Platz ist sehr gross, der Ausstieg war sehr schlammig. Ein Kiosk am Waldesrand mit Notstromaggregat versorgte die durstigen und hungrigen Paddler z. B. mit Cevapcici. Hunderte von Stoerchen schraubten sich in die Luft um in waermer Gefilde zu fliegen.

31.8. - Seimeni-Harsova (291-251=40 km)

Der neue Platz befindet sich am Rande einer Zigeunersiedlung. Kostenlose Schlammbehandlung beim Ausstieg. Es war viel Polizei zu Wasser und an Land und wir hatten keine Probleme. Es wurde empfohlen, nicht alleine an der Siedlung entlang in die Stadt zu marschieren. Am Platze gab es gegrillten Fisch, Huehnchen usw. und natuerlich die notwendigen Getraenke. Auch hier ein Notstromaggregat. Die originellen Toiletten waren mit einem Loch in der Erde und Schilf als Sichtschutz ausreichend. Die Nacht war herbstlich kuehl.

1.9. - Harsova-Stancuta (251-219=32 km)

Die Fahrt fand bei schoenem und windigen Wetter statt. Tische, Baenke, Getraenke, Einkauf, Buergermeister.

2.9. - Stancuta-Braila (219-172=47 km)

Bester Platz seit Apatin: Rampe ohne Schlamm, Duschen, Schwimmbad, zentrumsnah, Geschaefte, Schiffrestaurants. Der Platz bietet sich als Ruhetag 2011 an.

3.9. - Braila-Luncavita (172-SM 62=55 km)

Ab Galati gibt es Seemeilen = 1,8 km. Beim Einkaufsversuch in Galati haette der Donauschlamm beinahe eine Paddlerin verschluckt. Hilfreiche Rumaenen der neuen Marina waren vor Ort und reinigten sogar die Kajaks. Die Tour war sonnig mit Brise. Am Ziel waren Partyzelte aufgebaut, es gab Folklore, Fischsuppe, Melonen und der Buergermeister und viele Einheimische genossen das internationale TID-Volk. Toiletten; Ausgediente Wartehaeuschen. Wassertank. Ausstieg: Schlamm
4.9. - Luncavita-Tulcea (M62-M39=42 km)

Bewoelkt, Gegenwind, neuer Platz gegenueber Hafen Tulcea. Das Hochwasser vom Juli liess es nicht zu, die ausreichenden Chemietoiletten zum Strandbad zu bringen.

5.9. - Ruhetag in Tulcea

Nachts Regen, am Morgen bewoelkt bis sonnig. 23,5 - 25 Grad. Buergermeisterempfang 11:15-12:30 Uhr. Tulcea hat eine Staedtepartnerschaft mit Ulm. Besserung fuer 2011 zugesichert. Buergermeister hoerte aufmerksam zu. Studenten der Uni Constanta wollen 2011 an der TID teilnehmen.

6.-8.9. - Tulcea-Murighiol-Sf. Gheorghe-Schwarzes Meer 89 km

9.9. Schiffrueckfahrt nach Tulcea und anschliessen Weiterfahrt mit dem Bus Richtung Hundldorf, das wir am 10.9. gegen Nachmittag erreichen werden.

Viele Gruesse euer Max


8. September 2010, 15:20:24

TID in Gheorghe am Schwarzes Meer

Wind und Sonne begleiteten uns die letzten Etappen. Alle sind wohlauf und genossen das Ende unserer Donau. Heute ist Abschlussabend und morgen 7 Uhr Rückfahrt mit Schiff. Wir werden am Freitag gegen Nachmittag in Hundldorf sein.

Gruß Max


11. September 2010, 15:37:40

55. TID 2010 beendet - schwerer Unfall in Rumänien

Der krönende TID-Abschluss in Sfantu Gheorghe am Schwarzen Meer wurde überschattet durch einen schweren Autounfall bei der Heimreise am Freitag, 10.9.10, 2:30 Uhr. Der zusätzliche Minibus mit 12 Booten auf dem Hänger und sechs Insassen verunglückte auf der E 68 zwischen Sibiu und Deva schwer. Das Fahrzeug kam von der Straße ab, streifte zwei Bäume und blieb im Straßengraben liegen. Die Insassen erlitten lediglich Prellungen und mussten nicht ärztlich versorgt werden. Vier Kajaks wurden mehr oder weniger stark beschädigt. Der Leihwagen, ein Opel 9Sitzer und der Hänger vom Straubinger Kanu-Club wurden total beschädigt. Nach zehn Stunden Warten auf Polizei(-Protokoll) und Abschleppwagen konnte die Weiterfahrt mit dem Minibus und Hänger der bayerischen Kanu-Jugend um 13 Uhr fortgesetzt werden. Ankunft in Hundldorf war am Samstag, 11.9., 4 Uhr. Die Heimreise dauerte somit 38 Stunden.

Insassen: Horst Borstelmann und Wiesenberg, Christian Lang, Michael Bonholzer, Jenny-Lee Stefas und Max Scharnböck.

Es war ein krönender Abschluss am Schwarzen Meer. Alle konnten ins Meer raus fahren, baden oder Boote putzen. Abends war dann das Boote verladen (an die 60 incl. zwei Ruderboote) und danach das hervorragende Abendessen im neuen Lokal bei der in Bau befindlichen Marina. Die rumänischen Organisatoren freuten sich über das große Lob von den Teilnehmern. Es war wirklich eine hervorragende Steigerung gegenüber 2009.

Am Donnerstag, 9.9., startete das Schiff pünktlich um 7 Uhr nach Tulcea, das um 12:30 Uhr erreicht wurde. Busabfahrt war um 15 Uhr.